ANÖ Beitrag

9. Juli 2024

5,2 Milliarden Euro zahlt die ÖGK jährlich an Spitäler, das sind 28 Prozent des Gesamtbudgets. @ANÖ/epi
5,2 Milliarden Euro zahlt die ÖGK jährlich an Spitäler, das sind 28 Prozent des Gesamtbudgets. @ANÖ/epi

Österreichische Gesundheitskasse beschließt weiteren Ausbau psychosozialer Versorgung


2023 als Rekordjahr für ärztliche Leistungen – insgesamt fließen 98 Prozent der Beiträge wieder an Versicherte zurück

(Wien/OTS) – Die ÖGK ist mit 7,6 Millionen Versicherten der größte Sozialversicherungsträger Österreichs. Jede*r Versicherte erhält die Behandlung, die er oder sie benötigt – unabhängig von Alter, Wohnort, Herkunft oder sozialem Status. Das Jahr 2023 stellt für die ÖGK ein Rekordjahr dar: 5,9 Milliarden Euro wurden für medizinische Leistungen im niedergelassenen Bereich aufgewendet, der Anteil am Gesamtbudget beträgt 31 Prozent. Ein weiterer Ausbau der Leistungen wurde im Verwaltungsrat der ÖGK beschlossen. Einmal mehr liegt der Fokus auf psychosozialer Gesundheit.

Psychosoziale Versorgungszentren sollen aufgebaut werden, um den Zugang zu Therapie zu erleichtern und eine multiprofessionelle Behandlung zu ermöglichen. Dazu sollen entsprechend des Zielsteuerungsvertrags Gespräche mit Bund und Länder aufgenommen werden. Die Einbindung klinischer Psycholog*innen in die Krankenbehandlung soll weiter intensiviert werden und mit ihrer Interessensvertretung ein Vertrag über die kommenden fünf Jahre verhandelt werden.

Der Jahresabschluss für das Jahr 2023, der von der Hauptversammlung der ÖGK abgenommen wurde, weist einen Bilanzverlust in der Höhe von 399,5 Millionen Euro aus. Bei einem Gesamtbudget von 18,8 Milliarden Euro sind das 2,2 Prozent.

Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist ein Aufholeffekt, der nach den coronabedingten Einschränkungen der vergangenen Jahre deutlich spürbar ist. Viele Menschen nehmen nun vermehrt ärztliche Leistungen in Anspruch, die sie zuvor aufgeschoben haben.

Zudem werden immer mehr medizinische Leistungen in den niedergelassenen Bereich verlagert. Gleichzeitig steigt aber auch jener Anteil der Kosten, den die Sozialversicherung für Spitäler zahlen muss. 5,2 Milliarden Euro zahlt die ÖGK jährlich an Spitäler, das sind 28 Prozent des Gesamtbudgets. Jahr für Jahr muss die ÖGK zusätzlich 500 Millionen Euro mehr für den Spitalsbereich aufbringen – ohne dabei Mitspracherecht zu haben, wie und wofür diese Mittel verwendet werden. Im Zuge des Finanzausgleichs erhält die ÖGK hingegen 240 Millionen Euro, die vor allem für die Stärkung des niedergelassenen Bereichs vorgesehen sind.

Diese Stärkung ist weiterhin der zentrale Anspruch der ÖGK. Österreichweit gibt es bereits 69 Primärversorgungseinheiten, in denen Ärztinnen gemeinsam mit anderen Gesundheitsberufen Patientinnen auf höchsten Niveau versorgen. Mittlerweile gibt es auch schon acht Kinderprimärversorgungseinheiten. Außerdem konnte die ÖGK im Vorjahr 520 neue Vertragsärzt*innen gewinnen. Damit sichert sie auch in der Zukunft die optimale medizinische Versorgung für ihre Versicherten.