ANÖ Beitrag

17. Juli 2026

Schreiben an die ÖGK v  ©ÖGK
Schreiben an die ÖGK v ©ÖGK

Schreiben an die ÖGK, Kostenübernahme Kapruvia und Parsabiv mit Antwort der ÖGK





An die
Österreichische Gesundheitskasse ÖGK
Wienerbergerstrasse 15 – 19
1100 Wien

Sonntag, 21. Juni 2026

Österreichweite Kostenübernahme Kapruvia® und Parsabiv®

Sehr geehrte Damen und Herren

Als Selbsthilfegruppe bzw. Patientenorganisation wenden wir uns mit einem wichtigen Anliegen an
Sie.
Wir vertreten Patientinnen und Patienten, die aus unterschiedlichen Gründen nicht in einem
öffentlichen bzw. Landeskrankenhaus behandelt werden, sondern auf andere medizinische
Einrichtungen angewiesen sind. In diesem Zusammenhang möchten wir höflich darum ersuchen,
die Kostenübernahme auch für die Patientinnen und Patienten welche im extramuralen Bereich ihre
Dialysebehandlung in Anspruch nehmen sicherzustellen.
Unser Anliegen basiert auf dem Grundsatz der Gleichbehandlung: Alle Patientinnen und Patienten
sollten – unabhängig davon, in welcher Einrichtung sie behandelt werden – einen gleichwertigen
Zugang zu notwendiger medizinischer Versorgung sowie zu entsprechenden Kostenerstattungen
haben. Der derzeitige Unterschied in der Kostenübernahme im extramuralen Bereich bei z.B.
Kapruvia® und Parsabiv® bei Dialysepatienten führt aus unserer Sicht zu einer Ungleichstellung, die
sowohl für Betroffene als auch für deren Angehörige eine erhebliche Belastung darstellt.
Viele Patientinnen und Patienten treffen ihre Wahl der Behandlungseinrichtung nicht freiwillig,
sondern aufgrund von Kapazitätsengpässen, Spezialisierungen oder individuellen medizinischen
Bedürfnissen. Eine faire und umfassende Kostenübernahme würde hier nicht nur die
Versorgungssicherheit erhöhen, sondern auch einen wichtigen Beitrag zur sozialen Gerechtigkeit im
Gesundheitssystem leisten.
Wir ersuchen Sie daher, im Sinne der Gleichstellung aller Versicherten eine entsprechende
Anpassung der Kostenübernahmeregelungen zu prüfen und umzusetzen.
Für einen konstruktiven Austausch stehen wir jederzeit gerne zur Verfügung und danken Ihnen im
Voraus für Ihre Aufmerksamkeit und Ihr Entgegenkommen.

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Mathies
ANÖ-Präsident
MD HMBOE SEK (ÖGK) md-hmboe-sek@oegk.at
Betreff: Österreichweite Kostenübernahme Kapruvia® und Parsabiv®
Datum: 3. Juli 2026 um 11:18
An: mathies.andreas@gmx.at

Sehr geehrter Herr Mathies!

Vielen Dank für Ihre Anfrage und Anregungen in Ihrem Schreiben vom 21.06.2026, selbstverständlich
ist es auch uns ein Anliegen, dass unsere Versicherten österreichweit gleich behandelt werden.
Die Dialyse und die damit verbunden Aufwendungen inklusive der Gabe von Medikamenten sind
vertraglich in den Bundesländern zwischen den Dialyseeinrichtungen und der ÖGK sowie den
anderen SV-Trägern geregelt, eine Unterversorgung mit Dialyseeinrichtungen in Österreich wäre uns
nicht bekannt.

Sowohl Kapruvia® als auch Parsabiv® sind beide außerhalb des Erstattungskodex (EKO) gelistet
und als Arzneimittel zur Behandlung in Krankenanstalten gekennzeichnet.
Für eine Aufnahme in den EKO müssten die vertriebsberechtigten Unternehmen einen Antrag an den
Dachverband der SV-Träger übermitteln, damit sowohl die Erstattungsfähigkeit geprüft werden kann
als auch die medizinische und gesundheitsökonomische Evaluation sowie die Verhandlungen
betreffend den Preis und die bestimmte Verwendung erfolgen können.
Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie oder Ihre Arbeitsgemeinschaft die Firmen zu diesem Schritt
ermuntern könnten.

Bei weiteren Fragen können Sie sich gerne nochmals an uns wenden!
Freundliche Grüße!
ÖGK