ANÖ Beitrag

31. Mai 2026

Derzeit befinden sich in Kroatien rund 2.400 Menschen in Hämodialyse-Behandlung..  @pixabay/Pexels
Derzeit befinden sich in Kroatien rund 2.400 Menschen in Hämodialyse-Behandlung.. @pixabay/Pexels

Wie sicher ist die Arzneimittelversorgung in Österreich?


Was hinter den offiziellen Daten zu Lieferengpässen wirklich steht: 74.000 Medikamentenpackungen pro Tag betroffen.

Wien (OTS) – Die Lage ist seit Monaten unverändert: Im BASG Vertriebseinschränkungsregister sind 473 Arzneimittel mit Gelb oder Rot markiert, das heißt: eingeschränkt oder nicht verfügbar.

Was bei dieser Darstellung vergleichsweise unkritisch wirkt, stellt in absoluten Zahlen und bestimmten Medikamentengruppen ein Problem für das Gesundheitswesen dar: 74.000 Medikamentenpackungen sind jeden Tag von Lieferengpässen betroffen.

Diese Arzneimittel verteilen sich auf 14 unterschiedliche Gruppen, sogenannte ATC-Codes, je nachdem, in welchem Körperorgan oder therapeutischen Bereich das Arzneimittel wirkt.
Hier sieht die aktuelle Situation wie folgt aus:

Die am stärksten von Lieferengpässen betroffene Gruppe macht mit über 20.000 Packungen Arzneimittel zur Behandlung des Verdauungstrakts/Stoffwechsels aus. Ein wichtiger Bereich davon sind sogenannte Antidiabetika.

Mehr als 14.000 Medikamentenpackungen zur Behandlung des Nervensystems, dazu zählen ua Psychopharmaka - hierzulande eine der am meisten verschriebenen Therapien – sind zuletzt täglich als lieferkritisch oder nicht verfügbar eingestuft worden.

Arzneimittel-Therapien für die Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen weisen in fast 9.000 Fällen Lieferengpässe auf.

Was das konkret bedeutet: Diese von den Vollgroßhändlern als lieferkritisch eingestuften Arzneimittel kommen von den Herstellern verzögert, weniger als bestellt oder im schlimmsten Fall gar nicht .
In diesem Fall braucht es eine Sonderbehandlung durch den Arzneimittel-Vollgroßhändler, um die Engpässe so gut es geht auszugleichen und Lösungen zu suchen. „„Dass sich die Auswirkungen der Lieferschwierigkeiten nur eingeschränkt auf die Patient:innenversorgung in Österreich durchschlagen, ist vor allem dem zusätzlichen Aufwand der PHAGO-Vollgroßhändler zu verdanken. Dank vorausschauender Planung, laufender Umlagerungen, Alternativbeschaffungen und einer gezielten Steuerung knapper Arzneimittel gelingt es, die Auswirkungen der Lieferschwierigkeiten auf die Versorgung zu einem großen Teil abzufedern.““, hält Monika Vögele für den Verband der Arzneimittel-Vollgroßhändler PHAGO fest.