22. September 2025

NIEREN NACHRICHTEN LIVE
5. September 2025 – 13 – 17 Uhr
Mit einem tollen Programm startete Niere OÖ die Informationsveranstaltung für nierenkranke Menschen und deren Angehörige unter dem Motto NIEREN NACHRICHTEN LIVE im Med Campus V des Kepler Universitätsklinikum in Linz.

Obmann Rudi Brettbacher begrüßte die Gäste und dankte dem Haus für die Bereitstellung des Saals und den Vortragenden für die Referate zu folgenden Themen:
Mag. Michael Wall – OÖ. Patienten- und Pflegevertretung
Die OÖ. Patienten- und Pflegevertretung des Landes OÖ ist Anlaufstelle für vielschichtige und sensible rechtliche Fragen:

- Klassische Patientenvertretung: Auskünfte/Aufklärung von Missständen/Behandlung von Beschwerden im Zusammenhang mit OÖ-Krankenanstalten. Eine Patientenbeschwerde über medizinische Komplikationen wird genau geprüft, und bei einem positiven Abschluss steht dem Patienten ein Schadenersatz aus dem Patientenentschädigungsfonds zu.
- OÖ. Patientenentschädigungsfonds für OÖG-Krankenanstalten, Ordenshäuser in Linz, Wels, Braunau, Ried und Sierning sowie Unfallkrankenhaus
- Pflegevertretung für Alten- und Pflegeheime
- ELGA-Ombudsstelle
- Unterstützung bei Patienten- und Sterbeverfügungen
- Mitwirkung bei unterschiedlichen Plattformen im OÖ. Gesundheitswesen
Prim. Priv. Doz. Dr. Daniel Cejka – Nieren schützende Medikamente 2025

In Österreich leiden ca. 10 % der Bevölkerung an einer Nierenfunktionseinschränkung , zum Teil ohne es zu wissen. Daher ist es besonders wichtig, die Nierenwerte beim Arzt prüfen zu lassen – und zwar sowohl den eGFR- und Kreatininwert als auch die Eiweißausscheidung im Harn. Seit 2015 steigen die Behandlungsmöglichkeiten durch neue Medikamentengruppen bei Chronischer Niereninsuffizienz (CKD) stetig an, so dass eine eventuelle Dialyse hinausgezögert oder bestenfalls vermieden werden kann. Bei erhöhten Nierenwerten sollte unbedingt ein Nephrologe kontaktiert werden.
ÖÄ.in Dr.in Veronika Seidl – Diabetes und Niere

In ihrem Vortrag erläuterte Frau Dr. Seidl die Ursachen für Diabetes, die hauptsächlich auf einen ungesunden Lebenswandel in Bezug auf Bewegung, Ernährung, Rauchen, Alkohol aber auch auf erbliche Veranlagung oder diverse Erkrankungen oder Operationen zurückgeführt werden können. Ein schlecht eingestellter Diabetes kann folgenschwere Komplikationen verursachen, wie zB die diabetische Nierenerkrankung. Ein HbA1C-Zielwert (durchschnittlicher Blutzuckerwerte der letzten 8–12 Wochen) von 6 – 7 soll angestrebt werden.
MR Dr. Reinhard Kramar – Impfungen-Schutz und Risiken

Man unterscheidet zwischen Totimpfstoffen (enthalten abgetötete Viren oder Virusbestandteile) und mRNA-Impfstoffe (werden innerhalb weniger Stunden bis Tage im Körper wieder abgebaut). Totimpfstoffe werden bei Nierenerkrankten bevorzugt, Lebendimpfstoffe sind nach Transplantation meist kontraindiziert.
Empfohlene Impfungen, auch für Transplantierte:
Influenza, COVID-19: Booster je nach Risiko
Pneumokokken, Meningokokken: besonders bei Risikogruppen
Hepatitis B, Tetanus, Diphtherie, Pertussis: Auffrischung nach Schema
Herpes Zoster (Gürtelrose): empfohlen ab 18 Jahren
Lebendimpfstoffe, MMR: vor Transplantation prüfen, nach Transplantation kontraindiziert.
Impfungen können Nebenwirkungen hervorrufen, die aber in den meisten Fällen lokal und kurzzeitig auftreten. Auch Müdigkeit, Kopf- oder/und Muskelschmerzen oder leichtes Fieber können auftreten. Sehr selten sind allergische Reaktionen oder das Guillain-Barre-Syndrom und sollten immer im Verhältnis zu den vorgenommenen Impfungen gesehen werden.
Daher: IMPFEN SCHÜTZT !!!
Dr. Pascal Kopperschmidt: Heimdialyse und die Kunst die Welle zu surfen

Dr. Kopperschmidt ist Physiker, stammt aus Hamburg und seine Vorliebe ist das Kyte-Surfen.
Seine 1. Dialyse begann er 1989 im Alter von 21 Jahren. 1997 wurde eine Niere transplantiert, aber leider wurde er schon nach kurzer Zeit wieder dialysepflichtig. Bis 2001 machte er 3-4 mal pro Woche Hämodialyse im Spital, litt aber unter Kopfschmerzen und Müdigkeit, Diät und Trinkmengenbeschränkung, aber auch als damals junger Student unter Einbußen an Freizeit.
Daher entschloss er sich zur Heimhämodialyse: jede 2. Nacht 8 Stunden lang. Aber nicht nur daheim sondern auch in seinem Wohnwagen. Später wurde auch ein VW-Bus zu seinem Dialysezentrum umfunktioniert. So reiste er durch viele europäische Länder und konnte seinem Hobby, dem Kyte-Surfen, nachgehen..
Mit der Heimdialyse erreichte Dr. Kopperschmidt stabilere Blutdruckwerte, bessere Kalium- und Phosphatwerte sowie allgemein ein wesentlich besseres Wohlbefinden. Mittlerweile ist er 36 Jahre an der Dialyse und es geht ihm sehr gut.
In Deutschland ist Heimdialyse unter bestimmten Voraussetzungen und Auflagen möglich und es wäre schön, wenn diese Regelung auch in Österreich durchgesetzt werden könnte.
Vielen Dank den zahlreichen Besuchern und allen Vortragenden, vor allem auch an unseren Gastredner Dr. Kopperschmidt, dass er die weite Reise von Hamburg auf sich genommen hat um unser Symposium mit seinem spannenden Vortrag zu bereichern.




























